Zinsen für Hypothekendarlehen sind deutlich in Bewegung geraten

Das wichtigste Finanzierungsinstrument für den Kauf einer Immobilie, beziehungsweise den Bau eines Hauses oder den Erwerb einer Eigentumswohnung ist das Hypothekendarlehen. Es wird von sehr vielen in Anspruch genommen und hat einen besonders hohen Stellenwert im Finanzierungsgeschäft.
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Das Zinsbarometer für Hypothekendarlehen zeigt nach oben

Die Tiefzinspolitik der Notenbanken hält weltweit an. Die Gefahren an den Finanzmärkten sind bei weitem nicht gebannt und einige dunkle Wolken trüben in Europa und darüber hinaus die politischen und wirtschaftlichen Aussichten. Für die Schweiz sehen die Prognosen jedoch gut aus. Es wird mit einem Wirtschaftswachstum (BIP) um die 2 % gerechnet und die jahresdurchschnittliche Inflationsrate soll unter 2 % liegen. Das veranlasst die Schweizer Nationalbank auch ihrerseits die Zinsen besonders niedrig zu halten. Entgegen diesem Trend wird allerdings für die nächsten Monate mit steigenden Zinssätzen für Hypotheken, vor allem für Festhypotheken (fixer Zinssatz, feste Laufzeiten zwischen 1-10 Jahre, kein Zinsrisiko für Darlehensnehmer), gerechnet. Seit 2012 haben sich diese Zinsen auf ein Plus von rund 35 % eingependelt und es gibt Anzeichen dafür, dass sie sich tendenziell weiter aufwärts bewegen. Die Zinsveränderungen für variable Hypotheken (vereinbarte Laufzeit mit variablen Zinssätzen entsprechend der Geldmarktentwicklung, Zinsrisiko für den Darlehensnehmer) sind derzeit schwer einzuschätzen. Indikatoren weisen aber auch hier tendenziell nach oben. Erwartet wird in beiden Fällen keine kontinuierliche und gleichmässige Entwicklung sondern Veränderung in Schüben mit möglichen zwischenzeitlichen Zinsrückgängen.
Aus Sicht fast aller Experten steht aber eindeutig fest, dass die tiefen Zinsen bei Hypothekendarlehen zumindest vorerst der Vergangenheit angehören. Ursachen dafür sind in erster Linie, dass die Darlehensgeber gestiegene Kosten der Kapitalmarktregulierung an ihre Kunden weiterreichen und gleichzeitig ihre Gewinnspannen erhöhen. Auch wirken die nach wie vor beträchtlichen Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und in der internationalen Geldpolitik in Richtung Zinsauftrieb. Bei allen drei Faktoren handelt es sich um relativ stabile mittelfristige Erscheinungen.

Die Nachfrage verschiebt sich und Risiken nehmen zu

Mehr Kunden entscheiden sich unter diesen Bedingungen für mittelfristige Festhypotheken (4-6 Jahre), weil ihre Zinssätze geringer ansteigen. Viele Bauherren benötigen aber längere Finanzierungszeiträume und müssen Anschlussdarlehen aufnehmen, die voraussichtlich einen höheren Zinssatz aufweisen. Ein Teil der Darlehensnehmer wird variable Hypotheken vorziehen und ein beträchtliches Zinsrisiko eingehen. Auf http://moneypark.ch kann man seinen persönlichen Zinssatz ausrechnen und sehen, wie hoch das Risiko ist. Generell haben steigende Bauzinsen die Wirkungsrichtung, dass Bauwillige vorsichtiger werden, Kauf und Baumassnahmen verschieben oder absagen was negative wirtschaftliche Folgen haben kann.
Steigende Zinsen bedeuten immer, dass die Darlehensnehmer eine höhere finanzielle Belastung meist über Jahre tragen müssen. Ein Teil von ihnen ist damit überfordert. Pleiten, Zwangsversteigerungen und Zahlungsausfälle sind Folgen. Allgemein kann die Regel gelten, dass Bauherren in der Lage sein müssen Hypothekenzinsen von 5 % begleichen zu können und dafür maximal 30 % des Einkommens verwendet wird. Unter diesem Gesichtspunkt wurden sehr viele Darlehensverträge nicht abgeschlossen. Darlehensnehmer wird daher zu ausreichendem Eigenkapital geraten.

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