Euro-Krise: Schrumpfen der Bankenbilanz

Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die Euro-Schuldenkrise die Stabilität des Finanzsystems weltweit gefährdet. Außerdem führt das schwindende Vertrauen zu einer Kapitalflucht. Von den Europäern wird mehr Entschlossenheit innerhalb der Euro-Rettung gefordert.

Das Finanzsystem ist trotz wichtiger Politikmassnahmen noch fragiler geworden. Gemäss José Vinalis darf nicht weiter auf Zeit gespielt werden. Der Verantwortliche für Finanzstabilitätsfragen des IWF sagt, dass den Ankündigungen und Massnahmen der Europäischen Zentralbank, sowohl auf europäischer wie auch nationaler Ebene, Taten folgen müssen.



Immer knapper werdende Kredite

Simulationen bei denen das Vertrauen wieder langsam zurückkehrt zeigen, dass die Bilanzen von europäischen Grossbanken während Zeitraum vom dritten Quartal 2011 bis Ende des laufenden Jahres um 2,8 Billionen Dollar schrumpfen werden. Bis Ende 2013 würde dadurch ein Rückgang von Krediten innerhalb der Peripheriestaaten um 9 Prozent entstehen. Laut Internationalem Währungsfond kann diesem Schuldenabbau nur vorgebeugt werden, wenn Staaten und Banken sicherer gemacht werden.

Zudem soll dafür gesorgt werden, dass das Staatsanleihen-Kaufprogramm und der europäische Stabilitätsmechanismus im Bedarfsfall auch wirklich umgesetzt werden. Die Bankaktiven von 58 vom Internationalen Währungsfond beobachteten europäischen Grossbanken sind um 600 Millionen Dollar seit 2011 zurückgegangen. Diese Reduktion ist grössten Teils auf Veräusserungen von Nicht-Kerngeschäften ausserhalb des heimischen Marktes zurückzuführen.

Staatsanleihenbestände sind hoch
Die Europäischen Ereignisse sollten für Japan und die USA ein Ansporn sein, ihre Ungleichgewichte zu beheben, so Vinalis. Gegenwärtig dürften sich diese Länder nicht in falscher Sicherheit wiegen. Japan müsse zwar seine Finanzen nicht direkt ausgleichen, da hier noch Raum für Steuererhöhungen vorhanden ist, der Staat seine Schulden in der eigenen Währung aufnehmen und auf eine stabile einheimische Anlegerschaft bauen kann.

Der Internationale Währungsfonds glaubt, dass das Engagement von Banken in Staatsanleihen innerhalb der nächsten fünf Jahre weiter, auf rund ein Drittel der gesamten Bankaktiven, wachsen wird. Die negativen Auswirkungen eines Zinsschocks würden damit zunehmen. Dabei wird ein wichtiger Teil des Eigenkapitals aufgefressen. Dadurch wäre der Staat dann möglicherweise zu schwach, den angeschlagenen Banken zu helfen. Deshalb fordert der Internationale Währungsfonds Massnahmen auf Ebene der Staatsfinanzen durch eine glaubwürdige Konsolidierungsstrategie. Auch auf regulatorischer Ebene sollen Eigenkapitalanforderungen verschärft werden.

 

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